Ade` Odukoya an den Kaufmännischen Lehranstalten Bremerhaven.


Am Donnerstag, dem 27. Januar o5, war Ade` Odukoya an den KLA um mit dem Kurs "Corporate Communication", den SchülerInnen der LAV-Cafeteria und der BG o4/o1 ein Gespräch zur Gewalt in der Sprache zu führen.

Da die BG und LAV-SchülerInnen an der Eröffnungsveranstaltung an der Wilhelm-Raabe-Schule teilgenommen hatten, fragte Ade` zunächst die anwesenden 3o Mädchen und jungen Frauen, ob sie sich von den
Beschimpfungen und Herabwürdigen der Frauen/Mädchen in Rap-Texten persönlich angesprochen und beleidigt fühlen würden.

Nur ein Mädchen fühlte sich durch Worte wie "bitch" ( langläufig als Schlampe übersetzt, historisch aber auch aus der Sklavenhalterzeit als "trächtige Hündin" gemeint ) und die Reduzierung von Frauen auf primitive Sexualobjekte persönlich getroffen.

Genau wie auf der Eröffnungsveranstaltung an der Raabe-Schule empfinden die so in den Reimen angesprochenen Mädchen die Reduzierung ihres Geschlechts auf billigsten Sexismus nicht weiter tragisch. Das wäre eben halt die Sprache, die heute Jugendsprache wäre. Die Herabwürdigung auf reine Lustobjekte wird so nicht wahrgenommen.

Ade` Odukoya verwies einmal auf die Wurzeln diverser Worte wie "bitch", "Nigger" usw. aus der Kolonialzeit. Dann hielt er einen Exkurs zur Emanzipationsbewegung der Frauen und drückte sein Unverständis sehr deutlich darüber aus, dass Mädchen - auch wenn sie die Vergiftung durch solche Worte nicht wahrnehmen und sich selber nicht angesprochen fühlen würden - keinerlei Solidarität mit den Frauen und Mädchen entwickeln würden, die doch damit gemeint wären.

Er bezog sehr klar Stellung dazu, dass auch die Ansprache "Nigger" unter Afro-Deutschen, Afro-Amerikanern etc. bei dem geschichtlichen Hintergrund der Versklavung, alles andere als SELBSTRESPEKT darstellen würde. Juden z.B. würden sich selber respektieren und über den Holocaust keinerlei Witze oder angebliche Ironie in ihrer Sprache entwickeln.

Gewalt in der Sprache ist ein Feld, in dem es künftig viel zu bearbeiten gilt. Kinder und Jugendliche werden in unsere Gesellschaft hineingeboren
und per se der zunehmenden Verrohung von Texten vor allem im sogenannten "Gangster-Rap" ausgesetzt. Umgangssprachlich tun sich an unseren Schulen bei vielen Kindern und Jugendlichen Abgründe in der Sprache auf.

Dies muss problematisiert werden und ein positver Wortschatz mit aufbauendem, friedlichem Vokabular entgegengehalten und angeboten werden.

" Ciao bella" ist doch angenehm und ein wirklich so gemeintes "guten Tag" oder ein umganggssprachliches und so gemeintes PEACE sind die Anfänge dazu.

Es ist eine der wichtigsten Tagesaufgaben an Schule, positives Denken, eine positive Sprache und daraus resultierendes positives Handeln zu lehren. Rituale und Regeln sowie aufbauender Sprachgebrauch auch aus anderen Welten müssen dabei die Grundlage bilden.

Ganz im Sinne der Mandinka aus Alt-Mali, dem Land der Gelehrsamkeit. Wenn die Menschen dieses Volkes sich begegnen fragen sie: " Kerabe?" "Hast du Frieden" ? Wenn geantwortet wird "Kera dorong!" "Nur Frieden", hat wieder ein Verstärker des inneren Friedens der an diesem Ritual beteiligten Personen stattgefunden.



O-Töne der KLA-SchülerInnen nach dem Workshop mit Ade`:


"Ich wusste nicht, dass die Versklavung der Afrikaner fast 4oo Jahre gedauert hat und ihnen alle Rechte genommen wurden.Sogar der Name und vor allem ihre Traditionen, ihre Sprache wurde verboten und unterdrückt."
Marc

"Achtet besonders auf Wörter, auf die man eigentlich sonst nicht achtet . Jedes Wort hat einen tieferen Sinn!"
Sabrina

"Zügelt eure Worte denn ihr könntet jemanden verletzen. Frauen sind keine Lustobjekte.Respektiert sie in euren Worten.!
Kevin

"Man muss immer direkt seine Meinung sagen. Steh zu dem wasdu denkst und sagst. Diskrimiere keine Frauen oder Menschen die anders sind. Stoppt Rassismus aller Art und vor allem in der Sprache."
Enis

"Wir müssen versuchen zu verstehen, dass Gewalt gegen Frauen schon in der Sprache beginn t.FONTSTRONGDIV
Karolin

"Wie kann es sein, dass es viele von uns nicht berührt, wenn Frauen in vielen Video-Clips als "minderwertig", "willenlos" und als "Schlampen" dargestellt werden?"
Nina

"Alle Frauen auf dieser Welt sollten besser behandelt werden."
Sergej

"Ich habe gelernt, dass die heutige Musik großen Einfluss auf uns hat. Das ist mir nie aufgefallen. Mein kleiner Bruder hört all diese schrecklichen Texte z.B. von SIDO. Solche Lieder dürften gar nicht öffentlich gespielt werden."
Dominique

"Menschen zerstören mit ihren Worten und wissen nicht, was sie damit anrichten können. Geht mit eurem Wortschatz ordentlich um!"
D-Mo

"Ich habe gelernt, das Frauen nicht mehr in Liedern beleidigt werdensollen bzw. überhaupt keine Beleidigungen in Texten verbreitet werden sollen."
Pascal 2

"Wir sind alle Menschen und haben es nicht verdient - weder Frau noch Mann - durch Songtexte diskriminiert zu werden."
Denise

"Ich habe gelernt, dass wir Mädchen uns nicht durch Sprache, vor allem auch in Musiktexten beleidigen lassen müssen."
Elif

"Wir sollten nicht verletzend reden. Man muss wissen was man redet. Wörter sind schlimmer als Schläge."
Seda

 
Wir Frauen schauen nicht länger weg
wenn ihr uns niederrappt.
Bitches hier, bitches da , so geht das
gar nicht klar.

Denkt doch mal nach über den shit
den ihr da denkt, das unser Bild über
euch in eine ganz andere Richtung lenkt !

Beschenkt die Frauen nicht nur mit schlechten Wörtern,
versucht doch eure Raps ganz anders zu erörtern.

Ihr ödet uns an !
Schaut euch doch mal an was eine Frau so alles kann.

Wir können Kinder gebären,
dieser Welt viele Wunder bescheren
und ihr tut nichts anderes als unseren Ruf
zu entehren !

Anne Reiners
KLA-Cafeteria
  Das geht gar nicht mehr klar
dieses sexistische blahblah
gegen uns Mädchen und Frauen
lernt auf unser INNERES zu schauen !

Lernt tiefer zu denken
und uns Liebe zu schenken
damit sich unsere Schwestern
nicht den Hintern verrenken
sich nicht selber kränken
sich nicht hohl verschenken !

Lernt tiefer zu Denken
euch nicht selber zu kränken
lasst euch nicht den Hintern verrenken
wir wollen nur noch wahre Liebe schenken.

Cyba
KLA
   
Hey ich erzähl euch was über Gewalt,
das ist kein Spass habt ihr es geschnallt.

Wir haben was jeden Tag ne Haue aufm Flur,
jeder will es dem anderen besorgen,
von Liebe keine Spur.

Mit diesem Ding bist du nicht allein,
lass den Hass einfach nicht rein.
Denn mit viel Courage in deinem Herzen
verstehst du die Sprache auch ohne Schmerzen !

Sabrina Weis & Sabrina Bellmann
KLA-Cafeteria
 

Wir leben in einer Welt
voller Hass und Gewalt

Keine blaue Augen kein Hass
also H A L T !

Wir sollen uns LIEBEN und nicht HASSEN,
also last Leben, Leben und Leben lassen !

Tatjana Maatz & Vania da Silva
KLA-Cafeteria